Igel im eigenen Garten – Wie kann ich helfen?

Ein Igel trinkt Wasser
Im Sommer etwas Wasser im Garten hilft dem Igel ungemein - Foto: MennoSchaefer / depositpotos.com

Igel finden in unseren Städten oft keine artgerechten Flächen zum Leben vor und verirren sich immer wieder in private Gärten. In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie einen Garten igelfreundlich gestalten und dem Igel ein klein wenig helfen können. Zudem werden wir Ihnen erklären, wie Sie einem Igel im Notfall (z.B. bei Verletzung oder im Winter) helfen können.

Der igelgerechte Garten

Igel verstecken sich gerne und sind daher oft schwer zu entdecken. Für Sie als Gartenbesitzer bedeutet dies, dass Sie den Garten entsprechend gestalten und Versteckmöglichkeiten schaffen sollten.

Laubhaufen, der eine oder andere kleine Steinhaufen und viele Büsche und Sträucher sind hier ideal. Solch ein Garten hilft dann nicht nur den Igeln, sondern auch den Insekten und damit wiederrum den Vögeln, die ausreichend Nahrung und die eine oder andere Nistmöglichkeit finden können.

Für den Sommer bietet sich eine flache Igeltränke an. Der Rand sollte nicht hoch sein, damit der Igel auch an das Wasser gelangt. Eine kleine flache Tonschale mit sehr niedrigem Rand ist ideal. Auch Vogeltränken mit entsprechenden Eigenschaften kann man gut verwenden.

Igel und der Winterschlaf

Allseits bekannt sollte sein, dass Igel Ihren Winterschlaf gern in Laubhaufen oder Hecken verbringen. Wenn Sie also die Möglichkeit haben, in einer geschützten Ecke Ihres Grundstücks einen Laubhaufen anzulegen, so wird Ihnen der Igel es danken.

Vorsicht Rasenmäher-Roboter

Automatische Rasenmäher, also sogenannte Rasenmäher-Roboter, haben jährlich viele Igel auf dem Gewissen. Der Tod eines Igels ist immer schlimm. Aber bedenken Sie, dass es unter Umständen eine ganze Igel-Familie trifft, wenn die Igelmutter gerade geworfen hat und die jungen Igel verhungern müssen. Verzichten Sie daher bitte auf automatische Rasenmäher.

 

Verletzte Igel, kranke Igel und Igel im Winter

Es kann durchaus vorkommen, dass ein Igel verletzt ist, krank ist oder aus dem Winterschlaf erwacht. In diesen Fällen braucht er gute Hilfe und eine schützende Hand.

Bevor Sie dem kleinen Besucher in Ihrem Garten helfen, sollten Sie abwägen, ob er wirklich dringend Ihre Hilfe benötigt oder allein zurecht kommen kann.

 

Am besten ist es, wenn Sie umgehend eine Igelstation oder alternativ einen Tierarzt kontaktieren.

Spezialisten haben mehr Erfahrung und können einem Igel in Not am besten helfen.

 

Wann benötigt ein Igel Hilfe?

Es ist wichtig, die Situation des Igels zunächst aus der Ferne zu beurteilen.

Oft vorkommende Situationen, in denen Hilfe notwendig wird, sind unter anderem verletzte Igel, verwaiste Igel, kranke Igel und Igel, die bei Dauerfrost erblickt werden und keine Nahrung mehr finden.

Man erkennt erkrankte oder verletzte Tiere zum Beispiel an ihrem Fundort. Freiwillig halten sich Igel selten auf Baustellen oder in Straßennähe auf. Es ist möglich, dass Tiere bereits tagelang in einer Grube ausharren mussten und daher völlig abgemagert sind.

Tiere die tagsüber Futter suchen, torkeln oder im freien liegen, benötigen oftmals ebenfalls ihre Hilfe.

Wenn auf den ersten Blick keine Erkrankungen erkennbar sind, ist es nicht nötig, das Tier zu berühren.

Checkliste: Erste Hilfe für den Igel

Wenn Sie der Meinung sind, dass ein Tier in Ihrem Garten dringend Hilfe benötigt, sollten Sie einige grundlegende Sachen beherzigen.

Fertigen Sie eine Art Pflegeprotokoll an, in dem Sie Verhalten, Tierarztbesuche und die Nahrungsaufnahme berücksichtigen.

Wenn es Ihnen möglich ist, können Sie außerdem das Geschlecht des Igels bestimmen. Dabei können Sie gleich herausfinden, ob es sich um ein Muttertier handelt. In dem Fall schauen Sie in zwischen Ende August und Anfang Oktober unbedingt, ob es in der Nähe der Fundstelle einen Wurf an Igelbabys gibt. Diese werden vermutlich ebenfalls Hilfe benötigen.

Danach sollten Sie den Igel auf mögliche Verletzungen untersuchen und im Notfall den Tierarzt kontaktieren. Bitte behandeln Sie das Tier äußerst behutsam.

Falls das Tier unterkühlt ist, merken Sie dies daran, dass der Bauch des Tieres deutlich kühler als Ihre eigene Hand ist. Ist dies der Fall, füllen Sie bitte eine Flasche mit handwarmem Wasser und legen Frotteehandtücher darauf. Den Igel können Sie danach auf das Tuch setzen.

Wenn Sie Parasiten an Körperöffnungen oder Verletzungen erkennen, sollten diese zudem vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden.

Die vorübergehende Unterkunft

Wenn Sie für einige Tage den Igel aufnehmen, sollten ein Karton oder eine Art Käfig optimaler Weise eine Fläche von zwei Quadratmetern haben. Eine Seitenwandhöhe von 50 cm ist dabei aber ausreichend. Papiertücher auf dem Boden sind sinnvoll. Ein kleines Schälchen mit Wasser (bitte keine(!) Milch) ist wichtig.

Die Ernährung für hilfsbedürftige Igel

Als Futter für den Igel können Sie beispielsweise Hunde- oder Katzenfutter verwenden. Wenn Sie gerade Hackfleisch zur Hand haben, können Sie dieses kurz anbraten. Auf keinen Fall sollten Sie das Fleisch roh verfüttern.

Vor einem Tierarztbesuch sollten Sie außerdem den Kot des Igels sammeln und diesen dann an den Tierarzt übergeben, damit dieser auf Bakterien, Parasiten und Blut untersucht werden kann.

Verwaiste Igelsäuglinge

Diese kleinen Wesen benötigen besonders viel Aufmerksamkeit. Besonders Fachwissen ist hier gefragt, um das Leben der Säuglinge zu retten.

In dieser Situation sollten Sie auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen, um die bestmögliche Versorgung für das Tier zu gewährleisten.

Igel halten – das Tierschutzgesetz

Laut Tierschutzgesetz ist es in Deutschland verboten geschützte Arten zu Hause aufzunehmen. Eine Ausnahme stellt hier allerdings die Aufnahme von kranken Tieren dar.

Ihr Ziel muss daher sein, das Tier nur gesund zu pflegen und nicht als eigenes Tier aufzunehmen.

Auswilderung

Sobald das Tier ein Gewicht von 600 Gramm bis 700 Gramm erreicht hat, ist der Zeitpunkt zum Auswildern gekommen.