Die Kreuzotter in Deutschland

Kreuzotter - Vipera Berus im Sand
Die Kreuzotter findet sich in Deutschland noch recht häufig - Foto: poeticpenguin / depositphotos.com

Die Kreuzotter kommt ursprünglich aus Eurasien. Im Laufe der Jahre hat sie auch Mittel- und Nordeuropa erobert. Sie ist gleichzeitig die einzige Schlange weltweit, die im Norden des Polarkreises lebt. Die Kreuzotter ist eine Giftschlange, die zur Verteidigung auch das Gift einsetzt. In Deutschland gehört die Schlange zu den gefährdeten Arten.

Das Aussehen der Kreuzotter

Der Körper der Kreuzotter ist mit kleinen Schuppen bedeckt. Der Kopf ist deutlich vom Körper abgesetzt. Während die Weibchen einen brauen Rücken haben, sind die Männchen eher grau gefärbt. Die Pupillen sind schlitzartig und über den Augen haben sie vorgewölbte Schuppen. Das verleiht ihnen ein grimmiges Aussehen.

Die Schlange erreicht eine Länge von bis zu 70 Zentimetern. Teilweise wurden auch schon Kreuzottern gefunden, die über 90 Zentimeter lang waren. Die größte Schlange, die jemals gefunden wurde, ist in Mittelschweden gefunden worden. Sie hatte eine Länge von über 104 Zentimeter.

Wo leben die Kreuzottern?

Ihr Verbreitungsraum ist in Europa. Zu finden ist sie hauptsächlich auf dem Balkan, in den Alpen, im Norden von Russland und in Ostasien. Zahlreiche Exemplare sind im Schwarzwald, auf der schwäbischen Alb und im norddeutschen Raum zu finden. Zu finden sind sie meistens in Gebüschen, unter Steinen oder im Altgras. Sie lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Aktiv sind sie vorwiegend am Tag, wobei sie Sonnenschein sehr lieben.

Bei sehr starker Hitze verlegen sie ihre Aktivitäten auf die Dämmerung. Bei längeren Regenperioden wird die Kreuzotter so richtig muntern und sprüht vor Tatendrang. Kälte und Wind kann sie gar nicht leiden. Dann zieht sie sich in wärmere Gefilde zurück. In den Wintermonaten sucht sie sich ein Versteck, wo sie zwischen vier und sieben Monate überwintert. In Deutschland kommen die Schlangen erst wieder ab Februar zum Vorschein.

Die Fortpflanzung der Kreuzottern

Zweimal im Jahr paaren sich die Schlangen. Das geschieht nach der Winterstarre und nach der Häutung im Frühjahr. Der Nachwuchs wird im Körper ausgebrüht. Bis zu 15 Jungen kann die Schlange zur Welt bringen. Direkt nach der Geburt beginnen die Jungtiere mit der Jagd nach Fröschen und kleinen Eidechsen.

Wie ernähren sich die Schlangen?

Die Kreuzotter hat kein spezielles Beutetier. Ein Biss injiziert das Gift in den Körper des Opfers. Zunächst wird das Opfer durch diesen Biss deutlich geschwächt, bis es schließlich stirbt. Auf ihrem Speiseplan stehen Frösche, Eidechsen, Ratten und Mäuse. Jungvögel, Insekten und Würmer gehören ebenfalls auf den Speiseplan. Nicht selten greifen sie aber auch Artgenossen wie die Ringelnatter oder die Würfelnatter an.

Die natürlichen Feinde der Kreuzotter sind Bussarde, Schreiadler, Schwarzmilan, Schlangenadler, Uhu, Graureiher und Weißstorch. Wird die Kreuzotter angegriffen, versteckt sie sich zunächst. Wird sie in die Enge getrieben, zischt sie zunächst und wehrt sich mit Bissen. Dann schnellt ihr Oberkörper mit schnellem Tempo dem Feind entgegen.

Was sollte bei einem Biss beachtet werden?

Wird ein Mensch von der Schlange gebissen, so ist das ähnlich wie bei einem Wespenstich. Es kommt zu Rötungen und Schwellungen. Dem Betroffen wird es übel und Erbrechen ist die Folge. Es kann auch zu leichten Blutungen, Atemnot und Krämpfen kommen. Kommt es zu einem Biss, sollte Ruhe bewahrt werden. Auf jeden Fall ist ein Arzt aufzusuchen. In keinem Fall sollten Hausmittel angewendet werden.

In der Regel ziehen sich die Schlangen bei Erschütterungen sofort zurück. Beim Sammeln von Pilzen ist jedoch Vorsicht geboten. Man sollte deshalb nicht mit den Armen direkt vor der Schlange herumhantieren. Dieses wertet die Schlange als Angriff und beißt sofort zu.